Die Projekte

Schon lange steht „Das Wiener Kindertheater“ nicht mehr nur für Wien und Theater. Durch zusätzliche Projekte, wie Theaterdependancen und Bildungsinitiativen gewinnt die Rotter-Methode auch außerhalb der österreichischen Hauptstadt und abseits der Bühne zusätzliche Bedeutung und Anerkennung.

Das Wiener Kindertheater bietet neben Workshops und Kursen für Kinder und Jugendliche auch Ausbildungsangebote für Lehrer nach dem Prinzip „train the trainers“, Wirtschaftsunternehmen, Lehrbetriebe und Universitäten an. Mit theaterpädagogischen Mitteln wie Improvisation, Textarbeit und Rhythmik erarbeiten wir spezielle Programme für Lehrlinge mit dem Fokus Motivation, Teamwork, Kommunikation, Gewaltprävention und vieles mehr. Auch Studenten besuchen unsere maßgeschneiderten Workshops, um sich beispielsweise auf die Präsentation ihrer Masterarbeit vorzubereiten und ihre Bühnenpräsenz und Redesicherheit auszubauen. Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie unsere Homepage www.schulefuerdasleben.org

 

Das Wiener Kindertheater arbeitet auch mit dem neuen Verein „Kultur für Kinder“ und seinem kulturellen Schulprojekt „Kulturschultüte“ eng zusammen:

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Der Verein Kultur für Kinder unterstützt und fördert alle Kinder und Jugendlichen in Wien unabhängig von Herkunft und sozialen Status durch das Angebot von kostenlosen kulturellen Projekten.

Oberstes Ziel ist die Sicherung des Rechts auf kulturelle Bildung gemäß der Richtlinien der internationalen Menschenrechtskonvention der UNESCO, die auch die Schirmherrschaft für das zentrale Projekt des Vereins, die Kulturschultüte, übernommen hat.

Der Verein erkennt das große Potential zur Förderung der kognitiven, emotionalen und motorischen Fähigkeiten von Kindern durch kreative Entfaltung und will diese fördern. Schwerpunkt sind hierbei die Bereiche Musik, Theater, Bildende Kunst, Handwerk, Tradition und Natur.

 www.kulturfuerkinder.at 

 

Das Wiener Kindertheater ist auch Partner der Bildungsoffensive „Neustart Schule“ der Industriellen Vereinigung. Auf dem Blog ist unser Beitrag zur Bildungsdiskussion zu finden: https://neustart-schule.at/blog/anja-linhart-bildung-als-motor-der-gesellschaft

Der Begriff „Bildung“ stammt aus dem Althochdeutschen und wird u.a. von dem Wort „Schöpfung“ abgeleitet. Hierbei geht es weniger um das Anhäufen von Erlerntem, als vielmehr um die Freude am Menschsein und –werden, um das Erlernen von Gelassenheit. Im Mittelalter war das Ideal dabei, Gott ähnlich zu werden. Heute, in seiner modernen Neubestimmung, geht es bei dem Begriff „Bildung“ wohl eher darum, das Werk seiner selbst zu werden, in einem Prozess nicht nur Wissen, sondern auch soziales Denken und Kommunizieren zu verinnerlichen. Die Schule soll kein trostloser Aufbewahrungsort sein, an dem unsere Kinder verwaltet werden, sondern ein Hort kreativer und intellektueller Inspiration, in dem mit Lust und Freude Wissen vermittelt und begreifbar gemacht wird. Dazu gehört ebenso wie Mathematik, Geschichte und die Sprachen das schöpferische Element: Musik, bildnerische Kunst, Theater, Handwerk sind ebenso wichtige Puzzleteile für die ganzheitliche Persönlichkeitsbildung wie die klassischen Unterrichtsgegenstände und Sport. Es gibt unzählige Studien, die belegen, dass die Konzentrationsfähigkeit und die soziale Kompetenz signifikant ansteigen, sowie die Synapsenbildung im Gehirn gefördert wird, wenn Kinder und Jugendliche Theater spielen. Am deutlichsten kann man dies bei Kindern im Volksschulalter beobachten. Aber auch in der Pubertät und danach können die sozialen Fähigkeiten und die Aufmerksamkeitsspanne, sowie die Lust an Sprache und am Kommunizieren (auch als Gewaltprävention) deutlich gesteigert werden. Bildung bestimmt die individuellen Lebenschancen und die Zukunft einer modernen Gesellschaft. In Österreich bleibt leider bisher die soziale Herkunft ihr wichtigster Bestimmungsfaktor. Wir müssen uns fragen, wohin wollen wir? Wen nehmen wir mit? Können wir es uns überhaupt leisten, jemanden zurück zu lassen? Was verlieren wir dabei? Abgesehen davon, dass es ein Recht auf Bildung gibt, entstehen dem Staat und damit der Gesellschaft durch die Chancenungleichheit und die mangelhafte Talentförderung derzeit Schäden in Millionenhöhe. Österreich liegt mit rund 18 % Hochschulabsolventen weit unter dem OECD-Schnitt von 28 %. Laut einer OECD-Studie bringen die Steuerabgaben von Akademikern durchschnittlich doppelt so viel ein, wie sie den Staat für die Ausbildung kosten. Es rechnet sich also für jeden, in Bildung zu investieren. Ein gutes Bildungssystem ist kostbar, ein schlechtes viel zu teuer. Dipl.Pol. Anja Linhart, Projektleitung Wiener Kindertheater und Verein „Schule für das Leben“