"Alpenkönig und Menschenfeind" - Ferdinand Raimund
Regie: Sylvia Rotter
Choreographie: Shona Morris, Paul
Cimpoieru
Bühnenbild: Stefanie Willhelm
Musik: Julia Meinx
Dramaturgie: Elke Schwab
Astragalus, der Alpenkönig blickt von seinem Alpental mitleidsvoll auf das Treiben der Menschen hinab. Er gibt sich als guter Geist zu erkennen, der besonders „Verirrte" zu seinem Erkenntnistempel leiten will.
Malchen ist in den Wald gelaufen, um dort ihren geliebten August, der aus Italien zurückkehrt, wieder zu sehen. Die Wiedersehensfreude von Malchen und August ist nur kurz, da ihr Vater nach wir vor gegen ihre Heirat ist. Der Alpenkönig erscheint und verspricht den unglücklich Verliebten zu helfen und sie mit seinem Schutz zu beschenken.
Rappelkopf entwickelt eine immer größer werdende krankhafte Wahnvorstellung von den Menschen um ihn herum. Sein Misstrauen und sein glühender Menschenhass nehmen zu. Mit Verleumdungen und aggressiven Zornausbrüchen treibt er seine Familie und seine Bediensteten zur Verzweiflung. Nach einem vermeintlichen Mordkomplott (der harmlose Habakuk wollte Vogerlsalat ausstechen) flieht Rappelkopf in den Wald. Dort vertreibt er herzlos eine arme Köhlerfamilie aus ihrer Hütte, um alleine zu bleiben - für immer. Da tritt Astragalus, der Alpenkönig auf den Plan, um ihn zu kurieren. In Todesangst willigt Rappelkopf in das Experiment, das sein Herz wieder zu den Menschen führen sollte, ein.
Ein Exempel wird statuiert. Astragalus will Rappelkopf einen Seelenspiegel vorhalten und vollzieht dies, indem er Rappelkopf in dessen Schwager Silberkern verwandelt. Er selbst nimmt Rappelkopfs Gestalt an. Rappelkopf beobachtet sich und sein widerwärtiges Verhalten wie in einem Spiegel und fängt an, sich selbst zu hassen. Das „Spiegel-Experiment" und die Lehre „Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung" ermöglichen, dass Rappelkopf sich selbst als Menschenfeind pensioniert, erkennt, wer er wirklich ist, und schließlich ein glückliches Ende.
Warum ausgerechnet dieses Stück?
„Ich wollte eigentlich immer schon einen Raimund machen. Nach der überaus erfolgreichen Produktion des Vorjahres - Nestroys „Der Talisman" - entschied ich, auch heuer betreffend Stückauswahl in Österreich zu bleiben, und einen österreichischen Dichter zu spielen. Ferdinand Raimunds „Alpenkönig" verbindet alte Theatertradition mit moderner Psychologie - und das ist unglaublich spannend."
(Sylvia Rotter, Intendantin und Regisseurin)
Zu den Spieldaten und Karten